Studio Babelsberg wartet auf das Anreizsystem

16.08.2006

Das von der Bundesregierung ursprünglich bis zum 01.07.2006 angekündigte Anreizsystem zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Produktion von Spielfilmen in Deutschland wird voraussichtlich erst ab Januar 2007 wirksam werden. Dies hat zu einer Verschiebung von Produktionsentscheidungen amerikanischer Studios geführt, von denen auch Studio Babelsberg betroffen ist.

Am Montag dieser Woche wurde zudem eine große internationale Filmproduktion unmittelbar vor Drehbeginn, der für Ende dieses Monats vorgesehen war, auf Frühjahr 2007 verschoben. Der Vorstand hat seine Aktionäre hierüber in einem Aktionärsbrief am Spätnachmittag des gestrigen Tages über die Homepage informiert.

Hieraus resultieren gegenüber der ursprünglichen Planung für 2006 nachhaltige Umsatzausfälle, die auch Auswirkungen auf die Ergebnissituation haben werden. Auf der diesjährigen Hauptversammlung am 24. Mai hatte der Vorstand für 2006 eine ähnliche Dividende in Aussicht gestellt, wie für das Jahr 2005, die 10 Cent pro Aktie betrug. Aus heutiger Sicht lässt sich nicht vorhersehen, ob für 2006 eine Dividende gezahlt werden kann.

Obwohl die Geschäftsgrundlage von Studio Babelsberg nicht nur von Großproduktionen abhängig ist, kann das Studio nur bedingt auf Auslastungsschwankungen reagieren. Die regelmäßige Auslastung durch 1- 2 internationale Großproduktionen lässt sich jedoch nur durch ein mit anderen Ländern vergleichbares Anreizsystem realisieren. Für 2007 geht der Vorstand deshalb von einer wesentlich stabileren Geschäftsgrundlage für den Studiobetrieb aus. Er ist davon überzeugt, dass die Ausrichtung auf internationale Großproduktionen, mit der sich Studio Babelsberg international einen hervorragenden Ruf aufgebaut hat, strategisch richtig ist. Jedoch wird sich das Studiomanagement verstärkt bemühen, deutsche Produzenten für Film- und Fernsehproduktionen nach Babelsberg zu holen.

Von: Miriam Rönn