Stellungnahme zur DFFF-Kürzung der Bundesregierung

14.11.2014

Bereits jetzt absehbare Folgen für den Filmproduktionsstandort Deutschland

Trotz Erhöhung des Etats der Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters um 118 Mio. Euro, hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages in seiner gestrigen Sitzung die Mittel des Deutschen Filmförderfonds (DFFF) auf 50 Mio. Euro gekürzt.

Das Fördersystem wurde zusammen mit der Filmindustrie im Jahr 2007 aktiviert und stellte ein Budget von 60 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung, für das Jahr 2013 sogar 70 Mio. Euro. Vertreter der Bundesregierung selber haben festgestellt, dass der DFFF das effektivste Fördermodell der Kulturförderung in Deutschland ist. Dies belegt auch eine Roland-Berger-Studie, die von einem Zusammenschluss der wichtigsten deutschen Filmverbände- und -unternehmen in Auftrag gegeben wurde. So bringt 1 Million Filmförderung nahezu 1,8 Millionen an Steuereinnahmen in die Bundeskasse. Die Studie errechnet, dass bereits eine Kürzung um sechs Mio. Euro zu einem Rückgang des Filmproduktionsvolumens in Deutschland um rund 49 Mio. Euro führen wird.

Christoph Fisser, Vorstand Studio Babelsberg AG: „Man kann sich bekanntlich auch zu Tode sparen. Für die gesamte deutsche Filmbranche ist es nicht nachvollziehbar, wieso die Bundesregierung ein für alle Akteure Erfolg bringendes Kultur- und Wirtschaftsförderinstrument herabsetzt - und das bei gleichzeitiger Etaterhöhung der Kulturförderung um insgesamt 118 Mio. Euro. Wir müssen feststellen, dass es den Filmschaffenden bisher nicht gelungen ist, mit ihren Argumenten die Politik zu überzeugen. Die Entscheidung der Bundesregierung den DFFF zu reduzieren wird nachhaltige Konsequenzen für das Geschäftsmodell von Studio Babelsberg nach sich ziehen. Spätestens wenn der DFFF nächstes Jahr ausgeschöpft wird, werden keine internationalen Koproduktionen mehr nach Deutschland kommen. Bereits dieses Jahr hat die Verunsicherung über die Zukunft der Förderung zu Auftragsverlusten geführt.“

siehe auch: Pressemitteilung Produzentenallianz
http://www.produzentenallianz.de/pressemitteilungen/pressemitteilungen/inhalte-pressemitteilungen/produzentenallianz-zur-dfff-kuerzung.html