Hintergrundinformationen zu den Dreharbeiten von BRIDGE OF SPIES – DER UNTERHÄNDLER

12.11.2015

ein Film von Steven Spielberg - ab 26. November 2015 im Verleih der 20th Century Fox of Germany in den deutschen Kinos

Der Film ist eine Amblin Entertainment/ Marc Platt Produktion - präsentiert von Fox 2000, DreamWorks Pictures und Reliance Entertainment in Zusammenarbeit mit Participant Media und in Koproduktion mit Afterworks Limited und Studio Babelsberg – gefördert vom Deutschen Filmförderfonds (DFFF), von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg sowie vom Medienboard Berlin-Brandenburg.

Drehzeitraum: Nach dreiwöchigem Dreh in New York, fanden die Dreharbeiten von Ende Oktober bis Anfang Dezember 2014 in Deutschland und Polen statt, für die Studio Babelsberg als Koproduzent und ausführende Produktionsfirma verantwortlich war.

Die Produktionsleistungen von Studio Babelsberg umfassten unter anderem:
Produktionsmanagement, Drehortsuche (Location Scouting) und Organisation der Drehgenehmigungen, Budgetierung des Films, Vendor Management, Kulissenbau und Ausstattung, Erstellung der Drehpläne, Besetzung der Crew und des deutschen Cast, Buchhaltung, Versicherungen, Förderadministration, Rechtsberatung
•    Insgesamt wurde an 14 Drehorten gefilmt – davon 12 in Berlin-Brandenburg, 2 in Breslau, Polen
•    An den Drehorten wurden über 50 verschiedene Motive /Szenen eingerichtet und gedreht
•    Die Babelsberg Filmcrew bestand aus ca. 250 Mitarbeitern, davon 90 Handwerker im Kulissenbau
•    Die Spezialeffekte-Firma Snow Business GmbH hat bei den Dreharbeiten insgesamt 11 Tonnen Kunstschnee und 5 Tonnen Schneestaub für Frosteffekte verbraucht
•    Für die Visual Effects der internationalen Koproduktion waren die Spezialisten von Pixomondo Stuttgart mitverantwortlich

Drehorte in Berlin-Brandenburg:
•    Palais am Festungsgraben
•    Humboldt Universität Berlin
•    Kino International
•    Gleisdreieck
•    Tempelhof Flughafen
•    Gedenkstätte Hohenschönhausen
•    Ehemalige JVA Lehrter Straße
•    Funkhaus Nalepastr.
•    Messe Berlin
•    S-Bahn Depot Erkner
•    Glienicker Brücke
•    Schloss Marquardt

Besonderheiten der Drehorte:

Glienicker Brücke
Die geschichtsträchtige Glienicker Brücke, wo der tatsächliche Austausch von Abel gegen Powell stattgefunden hat, bildete die Kulisse für den historischen Höhepunkt der Geschichte. Die Brücke überspannt die Havel in der Nähe des Wannsees und verbindet die Städte Berlin und Potsdam.

-    Erstmalige Behördengenehmigung für eine einwöchige Gesamtsperrung der Brücke
-    Umfangreiche Benachrichtigung aller Einwohner und Pendler
-    Umleitung des Personennahverkehrs in der Region
-    Für die Abstimmungs- und Genehmigungsprozesse war eine Mitarbeiterin tätig, die sich über fünf Monate ausschließlich um die Drehgenehmigung Glienicker Brücke kümmerte. Es bedarf der Abstimmung mit insgesamt 23 Behörden und Institutionen der Städte Berlin und Potsdam, darunter:

•    Bundesfernstraßenverwaltung
•    Tiefbauamt Zehlendorf
•    Ordnungsamt Potsdam
•    ViP
•    BVG
•    VLB
•    Stiftung Schlösser und Gärten
•    Abtl Schloss Babelsberg
•    Abtl Jagdschloss Glienicke
•    Abtl Park Glienicke
•    Deutsche Stiftung Denkmalschutz
•    Wasserschutzpolizei
•    Wasser und Schifffahrtsamt Direktion Nord Ost
•    Sen Stadt Berlin Abtl Brücken
•    Denkmalamt Brandenburg
•    Denkmalamt Berlin
•    Stiftung Villa Schönlingen
•    Umweltamt Zehlendorf
•    Abtl Licht Immissionen
•    Abtl Umweltverträglichkeit von Kunstschnee
•     Umweltamt Potsdam
•    Stern und Kreis Schiffahrt
•    Reederei Riedel
•    Potsdamer Wassertaxi

-    Die Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge musste während des Auf- und Abbaus der Kulissen sowie der Dreharbeiten durchgehend gewährleistet sein
-    Dreimal musste Steven Spielberg den Dreh unterbrechen, damit Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr die Brücke überqueren können
-    Die Spezialeffekte-Firma Snow Business GmbH aus Ladbergen hat die Glienicker Brücke mit 7.200 kg Kunstschnee und Dekoeis dekoriert
-    Aufwendige Installationen von Scheinwerfern und Nebelmaschinen von Booten aus und vom Park Babelsberg
-    Um historisch korrekt zu sein, mussten Elemente auf der Brücke abgedeckt (“gecovert“) werden, wie zum Beispiel die erst nach der Wende entstandene Bronzeskulptur „Nike 89“

Drehort: Flughafen Tempelhof
Der Flughafen Tempelhof, wo die Flüge der historischen Luftbrücke von 1948 und 1949 stattfanden, war ein unverzichtbarer Drehort. Die Produktion filmte zahlreiche Szenen auf dem Flughafen Tempelhof, einschließlich der Rückkehr von Donovan und Powers in die USA in einem amerikanischen Frachtflugzeug der U.S. Army.

Zudem wurde in einem Hangar, der mit einem Blue Screen für digitale Effekte versehen wurde, der Absturz von Powers U-2-Flugzeug gedreht. Dafür wurde ein U-2-Cockpit auf einem beweglichen Untergestell nachgebaut, das für alle Close-ups von Powers in seinem Flugzeug benutzt wurde.
Kristie Macosko Krieger, Produzentin, sagt: „Es war wunderbar, dass wir diese alten Flugzeuge an so schönen Plätzen wie Tempelhof filmen konnten, an denen die Ereignisse der Geschichte tatsächlich stattfanden. Derartige Dinge kann man nicht nachbilden.”

Bei dem Drehort Tempelhofer Flughafen wurde eine Fläche von über 7.000 m² von Snow Business mit Kunstschnee dekoriert.


Drehort: Breslau, Polen
Die 60er Jahre im heutigen Berlin darzustellen, stellte anfangs eine Herausforderung für die Location Manager dar. Um die entscheidenden Szenen des Mauerbaus zu filmen, ging die Produktion nach Breslau in Polen, das etwa vier Stunden südöstlich von Berlin liegt. Breslau ist, als Folge von wirtschaftlich schweren Zeiten, immer noch eine Stadt, in der die Spuren des Krieges sichtbar sind. Die Stadt gehörte tatsächlich zu Deutschland, bevor die Grenzen neu gezogen wurden. Dazu Marc Platt, Produzent: „Viele der Gebäude sind seit dem Krieg nicht angetastet worden. Es gab sogar noch Einschusslöcher in einigen der Häuser.”

Es war Vorgabe von Steven Spielberg und dem Production Designer Adam Stockhausen, alle Kulissen und Motive historisch so korrekt wie möglich zu bauen. Die Mauer bestand am Anfang aus Zementblöcken und Stacheldraht. Stockhausen und das Babelsberger Art Department bauten fast 300 Meter der Mauer in den unterschiedlichen Phasen ihrer Konstruktion nach, mit denselben Materialien und in denselben Dimensionen wie das Original. Alle Dekorationselemente wurden in den modernen Werkstätten in Studio Babelsberg vorgefertigt und nach Breslau transportiert.

Steven Spielberg sagt: „Als wir diese Szenen gedreht haben, habe ich die Mauer betrachtet und gedacht, ‘Ist das wirklich passiert? War Berlin wirklich auf diese Art geteilt?’ Es brachte die Erinnerungen an eine Zeit zurück, als überall auf der Welt Mauern auftauchten, die meisten davon unsichtbar, aber eben doch Mauern.”

„Es war erschreckend und es fühlte sich so endgültig an”, fügt Tom Hanks hinzu. „Was dem Produktionsdesigner Adam Stockhausen mit der Mauer gelang, wie er in Breslau in Polen die perfekte Straßenkreuzung gefunden hat, die so gut zu der Architektur jener Zeit passte, das war wirklich erstaunlich.”

Auch der Grenzübergang in der Friedrichstraße wurde in Breslau nachgebaut, einschließlich des berühmten Schildes: “Sie verlassen jetzt den amerikanischen Sektor“ in drei Sprachen.

„Diese Leute leisten eine Arbeit, die ich kaum ermessen kann”, sagt Hanks. „Es sieht aus, als würden sie einfach ihre Hausaufgaben machen und sie scheinen immer gerade so innerhalb des Zeitlimits zu operieren, um  alles hinzukriegen. Aber wenn du das Endergebnis siehst und es ist so suggestiv, dass selbst jemand wie ich, der weiß, dass es nur eine Kulisse ist, sich nicht davon losreißen kann: das ist schon ein besonderes Talent.”

Der Schauspieler Mark Rylance, der Rudolf Abel spielt, stimmt zu: „Die Drehorte waren alle unglaublich schön, mit einer erstaunlichen Menge Details. Als Schauspieler arbeiten wir zwischen Handwerkern – von diesen Leuten umgeben zu sein, mit ihren Fähigkeiten und ihrer Liebe zu dem, was sie tun, das ist sehr inspirierend. Es ist die Kombination all dieser Künste, die einen großen Film ergeben. Steven leitet das alles sehr kreativ.”