Boulevard der Stars – Ehrungen für Babelsberger Filmemacher

03.09.2012

Heute werden auf dem ’Boulevard der Stars’ am Potsdamer Platz in Berlin 20 neue Sterne präsentiert. Studio Babelsberg freut sich, dass unter den Ehrungen zahlreiche Filmemacher sind, die in Babelsberg gewirkt haben.

Dazu Christoph Fisser, Vorstand Studio Babelsberg AG: „Wir gratulieren allen Filmemachern, die heute ausgezeichnet werden und freuen uns sehr, dass unter den Ehrungen so viele Persönlichkeiten sind, die die Geschichte Babelsbergs mit geprägt haben. Studio Babelsberg feiert dieses Jahr 100. Geburtstag. Kein anderes Filmstudio auf  der Welt hat eine so bewegte Vergangenheit. Babelsberg hat stets die internationale Entwicklung des Kinos mitbestimmt und war wegweisend in der Filmtechnik – insbesondere in den Bereichen Kamera und Ton, wie beispielsweise die Erfindung der „entfesselten Kamera“ durch den Kameramann Karl Freund und Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau.“

Wir gratulieren allen Filmemachern, die heute ausgezeichnet werden und freuen uns sehr, dass unter den Ehrungen so viele Persönlichkeiten sind, die die Geschichte Babelsbergs mit geprägt haben.
Christoph Fisser
Vorstand Studio Babelsberg AG

Sterne für Babelsberger Filmemacher:

Friedrich Wilhelm Murnau (1888-1931) – gilt als einer der bedeutendsten deutschen Filmregisseure der Stummfilmära. Seine berühmtesten Filme, die in Babelsberg entstanden, waren DER LETZTE MANN und FAUST. Die in DER LETZTE MANN, mit Emil Jannings in der Hauptrolle, von Murnau und dem Kameramann Karl Freund verwendete „entfesselte“ oder auch „fliegende“ Kamera, befreite die Kamera von ihrer Statik und ermöglichte völlig neue Einstellungen. Ferner gilt Murnau als Erfinder der „subjektiven Kamera“, die das Geschehen mit den Augen einer handelnden Person wiedergibt.

Karl Freund (1890-1969) – Kameramann und Regisseur
Karl Freund war in der Zeit des Stummfilms einer der bedeutendsten deutschen Kameramänner. Ab 1913 war er vorwiegend in Babelsberg tätig. Er entwickelte sich in der Folge zum stilprägenden Kameramann des deutschen Kammerfilms. Eine besonders enge Zusammenarbeit ergab sich mit Friedrich Wilhelm Murnau. Freund wird die Methode der „entfesselten“ oder auch „fliegenden“ Kamera (Aufnahmen ohne Stativ) zugeschrieben, die er in dem Film DER LETZTE MANN (1924) von Murnau einsetzte. Einen weiteren Höhepunkt in seinem Babelsberger Schaffen bildeten die Aufnahmen zu dem Monumentalfilm METROPOLIS (1926) unter der Regie von Fritz Lang. Ab 1929 war Karl Freund in Hollywood tätig, wo er später auch als Regisseur arbeitete. Für DIE GUTE ERDE (1937) erhielt er einen Oscar.

Hans Albers (1891-1960) – Schauspieler und Sänger
Der große Hans Albers war Schauspieler in zahlreichen Filmen, die in Babelsberg entstanden sind, darunter ASPHALT von Joe May, F.P.1 ANTWORTET NICHT, GROßE FREIHEIT NR. 7 und MÜNCHHAUSEN, der 1943 mit großem Aufwand und Starbesetzung in den Ateliers und Außenkulissen des Babelsberger Studios aufgenommen wurde.

Werner Richard Heymann (1896-1961) – Komponist und Dirigent
Heymann gilt als einer der bedeutendsten Musikschöpfer der Weimarer Republik. Mitte der 1920er Jahre trat er durch Vermittlung des Babelsberger Filmproduzenten Erich Pommer die Stellung des Generalmusikdirektors der UFA an. Er komponierte die Musik von zahlreichen Filmen, darunter für die Babelsberg Produktionen FAUST – EINE DEUTSCHE VOLKSSAGE, MELODIE DES HERZENS, DIE DREI VON DER TANKSTELLE und DER KONGRESS TANZT. Er wurde mehrmals für den Oscar nominiert.

Gerhard Lamprecht (1897-1974) – Regisseur, Drehbuchautor, Dramaturg und Filmhistoriker
Gerhard Lamprecht wurde unter anderem bekannt mit der auch international sehr erfolgreichen Verfilmung von Erich Kästners Roman EMIL UND DIE DETEKTIVE nach dem Drehbuch von Billy Wilder. Zudem drehte er in den Anfängen der DEFA den Kinderfilm IRGENDWO IN BERLIN (1946)  und QUARTETT ZU FÜNFT (1949). IRGENDWO IN BERLIN war nach DIE MÖRDER SIND UNTER UNS und FREIES LAND der dritte DEFA-Film.

Volker Schlöndorff – Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent
Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff war von 1992 bis 1997 Geschäftsführer von Studio Babelsberg und hatte großen Anteil an der Internationalisierung und erfolgreichen Ausrichtung des Studios.

Sir Kenneth Adam – Deutsch-britischer Szenenbildner
Sir Kenneth Adam ist durch seine aufwändigen Set-Bauten für mehrere James-Bond-Filme in den 60er- und 70er-Jahren berühmt geworden. In Studio Babelsberg war er in 2000 Produktionsdesigner von István Szabós TAKING SIDES, eine internationale Filmproduktion mit Harvey Keitel in der Hauptrolle.

Regina Ziegler – Film- und Fernsehproduzentin
Als erfolgreiche Produzentin machte Regina Ziegler mit einer Vielzahl von Filmen Station in Babelsberg und nutze die Ateliers und Außenkulissen, darunter DAS BERNSTEIN-AMULETT, 2030 AUFSTAND DER JUNGEN, DECKNAME ANNETT und DIE WÖLFE.

Des Weiteren werden heute Heinrich Breloer, Thomas Gottschalk, Reinhard Hauff, Michael Bully Herbig, Hannelore Hoger, Nina Hoss, Carl-Franz Hutterer, Brigitte Mira, Katharina Thalbach, Ruth Toma, Ulrich Tukur und Karl Valentin mit jeweils einem Stern geehrt.

Um 17 Uhr wird der Regierende Bürgermeister im Beisein vieler Filmemacher auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Strasse direkt am Potsdamer Platz das Goldene Band durchschneiden und die neuen Sterne präsentieren.